f/stop in Leipzig | Der Reisetipp

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Vom 25. Juni bis zum 3. Juli 2016 findet die 7. Ausgabe des Festivals für Fotografie f/stop in Leipzig statt. Die Vorbereitungen dafür sind angelaufen. Einige der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler haben im Januar die Baumwollspinnerei besucht, um die Umsetzung ihrer Arbeiten vor Ort zu besprechen. Und auch die Zahl der Unterstützer, ohne die das umfangreiche Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm kaum umzusetzen wäre, wächst von Monat zu Monat, was uns sehr freut.

Für f/stop Solo bereitet die Theoretikerin und Dokumentarfilmerin Ariella Azoulay eine Ausstellung vor, die sich mit dem Jahr 1945 in Deutschland auseinandersetzt. Was bedeutet: Der Krieg ist zu Ende? Auf diese Frage sucht sie in mehreren Episoden eine Antwort: in ihnen thematisiert sie die Vergewaltigungen zu Kriegsende, aber auch den Verbleib wertvoller Bücher, die die Nazis aus Synagogen geraubt hatten. Ariella Azoulay hat in ihrem Buch »The Civil Contract of Photography« beschrieben, wie die Fotografie als Medium eine soziale Beziehung zwischen dem Fotografen, der abgebildeten Situation und dem Betrachter schafft. In ihrem Ausstellungsbeitrag zeigt sie, wie die Fotografie dazu beitragen kann, eine historische Situation aus der Perspektive der Gegenwart lesbar zu machen. f/stop Solo wird in der Galerie archiv massiv gezeigt.

Im Rahmen von f/stop Print haben wir die amerikanische Künstlerin Monica Haller eingeladen, ihr »Veterans Book Project« vorzustellen. In diesem künstlerischen Langzeitprojekt arbeitet sie mit Soldaten deren Erfahrungen und Traumata auf, die bei ihnen durch die Kriege der Bush-Ära verursacht wurden. Als Grundlage dienen die Fotografien der Soldaten: Straßenszenen, aus dem Militärkonvoi heraus fotografiert, die Wüste, Militäreinrichtungen, der Alltag im Operationszelt, Verwundete. Statt einer Person – dem Reporter –, der in die Welt geschickt wird und stellvertretend für die Personen, die er dabei beobachtet, spricht, entwickelt Monica Haller in »Veterans Book Project« ein Setting unterschiedlicher subjektiver Perspektiven, die den anderen zugewandt sind: statt Arbeitsteilung Kooperation. Die Ausstellung besteht aus der Präsentation der Bücher und Gesprächsrunden, durch die eine Öffentlichkeit für die Erfahrungen des Krieges und des Militärs geschaffen werden soll. f/stop Print findet in der Galerie Dukan statt.

Zudem werden Studierende internationaler Kunsthochschulen gemeinsam das Ausstellungsformat f/stop Plattform bestreiten: Studierende von Anastasia Khoroshilova der Rodchenko Art School Moscow, die Klasse von Armin Linke und Michael Clegg der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe sowie Studierende von Gilles Saussier der Ecole Nationale Supérieure de la Photographie Arles.

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